Monte St. Odile 

Erlebnisbericht von Monika Adams vom 22.-24.10.2011 geführt von Martin A.H. Schultze

 

Nach Ankunft an einem Samstag den 22.10.2011 in Monte St. Odile ist es ein schöner Beginn in diesem wunderschönen Ort, „BARR“ in einer Patisserie sich mit Torte und Kaffee willkommen zu heißen, denn damit beginnt alles „Schätze deinen eigenen Wert“.

 

Gestärkt und guten Mutes geht es direkt zum Klosterparkplatz und von dort nach Beachtung der Dinge, die dich begleiten wollen, wie z.B. (Spazierstock) Medizinstab, Rucksack mit Essen, Getränke und Dankesgaben für die Natur aus der Natur, Decke, Trommel…, in den Männerwald. Dieser Wald wirkt auf mich sehr mächtig und eindrucksvoll, angezogen werde ich als Erstes von einem Steinplateau, welches eine Symbiose mit einer geköpften Eiche bildet, die im oberen Stamm hohl ist. Diese Gemeinschaft von Stein und Baum ist sehr stark, der Stein der eher unnachgiebig ist lässt sich von der Eiche berühren und es sieht fast so aus, auch stützen.

Der Menschentypus, der sich von der Eiche ansprechen lässt, darf seine ureigenste Lebensart finden und er darf loslassen, sich in seinem Leben allzu sehr nach den Erwartungen der Umwelt zu richten. Welche Stärke zeigt der Baum gegenüber dem Stein, dies sollte man sich gut einprägen, ist es das was man will? Unnachgiebigkeit? Immer stark und tapfer sein?

Auf diesem Steinplateau durfte ich erfahren, das „ich bin“ in diesem Moment, in dieser Sekunde, im jetzt. Ich bedanke mich bei diesem Kraftplatz durch Gebet und Geschenk und gehe weiter, ganz in mich gekehrt, wie wertvoll und weise doch unsere Natur ist.

Wieder werde ich gerufen, dieses Mal von einem Baum (ebenfalls eine Eiche), die in ihrer Wachstumsart mein Wachstum wiederspiegelt, vom Boden her dreht sie sich in Kreisen und erst ab der Mitte ihres Stammes wächst sie gerade nach oben, sie hat sich gefunden. Wie sehr habe ich mich in meiner 1.Lebenshälfte nach anderen ausgerichtet und mich um mich selbst gedreht, der Baum ist wie ein Spiegel, wie lange noch dürfen wir diese Natur natürlich erleben?

Ohne diese Drehungen wäre dieser Baum nicht der, der er ist, ohne unsere Lebenserfahrungen sind wir nicht die, die wir sind, seien wir stolz auf unsere Erfahrungen, sie haben uns geholfen, die zu sein die wir jetzt im Moment sind, auch durch für uns vermeintlich (negative) Erlebnisse, die uns am Meisten wachsen lassen. 

Ich ging weiter und es riefen noch viele Plätze, doch ich schaue auf mich und versuche mich auch hier abzugrenzen, denn der Mensch weiß genau, wann er eine Pause benötigt, der Körper zeigt es ihm und wir brauchen nur darauf zu hören. Hören wir?

Kurze Zeit später kamen wir an einer Stelle vorbei, wo es mir ganz schwindelig wurde, ich sollte nochmal ohne Gepäck zurückgehen und wart aufgerufen mich hinzulegen, einfach so, direkt an diesem Ort, was lerne ich daraus? Gehe nicht über deine Grenzen, schaue sie dir an, sie können sich bei jedem anders zeigen, bei mir war es Schwindel. Ich sage mir, ich verpasse nichts, ich ruhe mich jetzt ein wenig aus und gehe dann weiter.

Angekommen auf einem großen Stein, von dem ich in ein Tal von Bäumen sehen durfte, spürte ich das Gefühl laut schreien zu wollen, wie einfach und befreit fühlt es sich an, alle auferlegten Zwänge abzulegen, zu schreien und den Druck loszuwerden, den freien, tiefen Atem zu spüren in der Unendlichkeit des „Seins“.

Einige Zeit später, wir gingen auf ein ebenerdiges Steinplateau zu, verspüre ich einen unangenehmen, starken Druck im Nacken, ich fragte, ob hier früher Hinrichtungen stattgefunden haben. Martin vermutet dieses ebenfalls.

An der Stelle des Flugzeugabsturzes von 1992, wo 87 Menschen ums Leben kamen, konnte ich noch viel Trauer und Leid spüren, 9 Menschen haben das Unglück überlebt.

Bei einem besonders großen Steinexemplar fällt mir auf, das dieser aus Millionen von kleinen Steinen besteht, daraus ziehe ich die Erkenntnis, viele kleine Steine ergeben ein Großes und Ganzes. Vor diesem Stein erfahre ich bei einer kurzen Meditation, dass wir noch mehr im Hier und Jetzt und mit der Natur verbunden leben sollten. Sind wir einer von vielen, zeigen wir, sagen wir und geben wir unsere Einstellungen, unser Wissen, unsere Erfahrungen weiter, ist dies der Weg grösser zu werden sprich mehr auf die Problematiken des Lebens aufmerksam zu machen, sollen wir ansammeln (Menschen), damit wir ein großes Ganzes werden können.

Ich durfte mich auch in eine Höhle legen (vielleicht eine frühere Druidenhöhle) auch hier wurde ich mir wieder der vielen kleinen Steine bewusst, die zusammen sogar ein Dach einer Steinhöhle bildeten und damit Schutz und Geborgenheit, vor dem Wetter, den Tieren, Gefahr… gaben.

Dies war der Erste Tag und außer heiliges Wasser von der Quelle holen und noch etwas Essen zur Stärkung des Körpers einnehmen, war ich zu nichts anderem mehr in der Lage.

 

Am Sonntag den 23.10.2011 fuhren wir nach einem stärkenden Frühstück wieder zum Parkplatz des Klosters, heute wollten wir in den Frauenwald, der etwas unterhalb des Waldes von gestern lag. Wir gingen ein Stück durch den Wald und kamen schon bald zu einer sehr großen Wiese, dort erklärte mir Martin war früher ein Steinkreis und ich sollte einfach mich von meinen Gefühlen führen lassen, wir treffen uns in ca. 30 Minuten auf der anderen Seite der Wiese war das letzte was ich von Martin hörte.

Nein, ich fühlte mich nicht verloren, ich ging einfach auf die Wiese zu, ein Stück über die Wiese und schon zog es mich nach rechts, wieder in den Wald, an der Grenze von Wald und Wiese stand ein alter Stein, er sah aus wie ein Altar und ich empfand auf einmal nur noch „Liebe“, hier zu sein, im jetzt zu sein, einfach da zu sein. Der Stein war vollkommen bewachsen mit Moos, ich kniete nieder und bat um Sanftmut, Vergebung, Geduld und Achtsamkeit, ich blieb eine Weile dort, betete und beschenkte diesen Ort für all das was ich erhalten hatte. Im ausgewogenem Geben und Nehmen zu leben ist für mich sehr wichtig. Danke.

Nach einer Weile werde ich von der Wiese gerufen, den Medizinstab, den ich mit mir führe zeichnet wie automatisch einen riesigen Kreis auf der Wiese indem ich rückwärtsgehe, mir wird bewusst, durch das rückwärtsgehen kann auch ich in meinem Leben in das rückwärtige Leben gehen oder dorthin sehen. Dabei stoße ich auf einen kleinen Baumstab , der meinem Medizinstab sehr ähnlich sieht, ich weiß genau, dieser Stab ist für meinen Enkelsohn Louis bestimmt.

Nachdem ich mich wieder mit Martin an dem zuvor ausgemachten Platz getroffen habe benötige ich etwas Zeit um zu schreiben und um das Gewesene zu verarbeiten. Danach gehen wir weiter und kommen an den Eingang des Frauenwaldes, an dem wir fragen, ob wir willkommen sind, jeder für sich. Ich fühle mich sehr wohl hier, kein bisschen fremd eher wie zu Hause, daher bekomme ich auch sofort die Erlaubnis diesen Wald betreten zu dürfen.

In diesem Wald erscheint mir alles so lieblich und vertraut. Ich werde von einem Erdloch angezogen, über dem ein Steinplateau mit einem großen Stein liegt, der auch „Tanzstein“ lt. Martin genannt wird. Wir machen eine kurze Rast und gehen dann weiter.

Wir kommen an einen eher unheimlich wirkenden Platz, der ein ungutes Gefühl aufkommen lässt, wir lassen uns nicht davon irritieren und nehmen den Baum, der auf einer Anhöhe oberhalb dieses Platzes steht in Augenschein, es ist ein Ahorn.

Nach altem Volksglauben und Mythologie steht dieser Baum für Ruhe, Gelassenheit und Harmonie, er kann depressive Menschen trösten und vertreibt böse Geister, er erfüllt Hoffnungen und Träume. Die Kelten sahen den Ahorn als Zeichen der Ganzheit, das weiße Holz symbolisiert eine besondere innere Reinheit.

Wir sind uns sicher es ist ein ganz besonderer, heiliger Platz, ich fühle dieser Baum ist ein Traumbaum, dem man all seine Träume mitteilen darf, der sie auch schon weiß und dir Kraft gibt, wenn du es zulässt, diese Träume zu verwirklichen. In der Zeit unserer Anwesenheit an diesem Ort gehen ganz in der Nähe Menschen und Tiere vorbei, wir sind anscheinend für sie unsichtbar, sie bemerken uns nicht. Ich schütze diesen Platz, diesen Baum, reinige mich und den Ort durch Räucherwerk und dann gehen wir wieder weiter.

Nach einiger Zeit erreichen wir wieder einen ganz besonderen Platz, den Platz an dem Priesterinnen geweiht wurden in dem „Weihestein“. Hier erhalte ich für mich unverhofft die Lehrer-Reiki-Einweihung, ich reinige mich mit dem Wasser aus den kleinen Becken, die rund um den Weihestein zu finden sind. Es ist etwas ganz Besonderes, dieses Erlebnis an diesem Ort wird mir in meinem Leben immer in Erinnerung bleiben, danke Martin.

Trunken vor Glück und dem gerade Erlebtem gehe ich weiter und nun kommen wir zu Stellen und Wegen, die übersäht sind mit abgeschlagenen Kiefern.

Der Weg ist sehr beschwerlich und mit vielen Hindernissen über die man steigen darf oder ihnen ausweichen, was einem am Besten in diesem Moment erscheint.

Die Kiefer steht für das Verzeihen, die Schuldgefühle von sich und anderen verzeihen, zeigt uns hier die Natur die Fehler unserer Menschheit mit diesen getöteten Bäumen? 

Wir kommen zurück auf die große Lichtung mit der Wiese und anschließend zu unserem Parkplatz und unserem Auto. Wir sind erschöpft und freuen uns im Kloster ein Stück Kuchen  und eine Tasse Kaffee zu uns nehmen zu dürfen.

Danach besuchen wir das innere des Klosters, vor der Grabkapelle der heiligen Odile verspüre ich im seitlichen Eingang eine besondere, kreisförmige Schwingungsenergie. 

Danach betrachten wir die ausgehöhlte Linde im Hof, stellen uns hinein und spüren, was sie uns zu sagen hat. Linden wurden früher immer an Orten gesetzt die der Versammlung/Treffpunkt dienten, an dem auch Dorfgerichte abgehalten werden konnten.

 Wir besuchten natürlich auch noch die beiden wunderschönen Kapellen, der Engel und der Tränen, die auch eine besondere Energie besitzen.

Wir beschließen diesen Tag mit einem göttlichen Mahl in Barr im Restaurant „Le Brochet“ (der Hecht).

 

Am Montag dem 24.10.2011 ist der Tag der Abreise, nach dem Frühstück geht es aber nochmal zum Kloster um heiliges Wasser für die Reise und für zu Hause mitzunehmen. Dabei erwähnt Martin die Treppe „der Erkenntnis“, die von dort nach oben zum Kloster führt, nach einigem Zögern gehe ich diese Treppe, erst habe ich Seitenstiche, gehe über einen Teppich von Bucheckern (die Frucht der Buchen), das es nur so knackt, kleine Waldmistkäfer (Symbole der Sonne) laufen mir über den Weg, desto länger ich die Treppen heraufsteige, desto besser kann mein Atem fliessen und desto gleichmäßiger ist mein Gang, die Seitenstiche sind weg.

Oben am Friedhof des Klosters angekommen schaue ich mich nochmals um und gehe den Weg wieder zurück, den ich gekommen bin, jetzt abwärts und ich bemerke, das es nach oben leichter für mich war als nach unten zu gehen, auch die Zeit scheint mir länger zu sein, für mich die Erkenntnis: Wenn du nach oben gehst, gehst du auch wieder nach unten (wie oben so unten), das muss nicht „negativ“ sein.

Geh deinen Weg, mit Bedacht und Aufmerksamkeit und mit dem Bewusstsein, das es zu jeder Zeit rauf und runter gehen kann.

 

Danke für deine Aufmerksamkeit beim Lesen meines Erlebnisberichtes.